Zwei neue Libellenarten erobern Ostalb

Die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) ist eine Art die fast den gesamten Kontinent Afrika besiedelt. In Europa findet man sie vorwiegend an voll besonnten Weihern, Teichen und Tümpeln. Mit ihrem knallroten Körper fällt sie sofort auf. Eine weitere Art die dieses Jahr ebenfalls erstmals auftrat ist der Spitzenfleck (Libellula fulva). Diese Libellenart kann auf den erst Blick mit zwei weiteren Arten verwechselt werden: der Plattbauchlibelle (Libellula depressa) und dem Großen Blaupfeil (Orthetrum cancellatum). Wie der Name schon verrät, hat der Spitzenfleck an den äußeren Flügelspitzen eine leichte Schwarzfärbung, die aber nicht immer gut ausgeprägt ist. Diese Art besiedelt im Gegensatz zur Feuerlibelle, langsam fließende Bachlaufe die ebenfalls gut besonnt sein müssen. Weitere Libellenarten die in den letzten Jahren im Landkreis eingewandert sind und mittlerweile zum festen Libellen-Artinventar gehören sind der Südliche Blaupfeil (Orthetrum brunneum) und das Kleine Granatauge (Erythromma viridulum). Auch bei anderen Tier- und Pflanzengruppen ist zu bemerken, dass Arten einwandern die vorher nur aus wärmeren Regionen bekannt waren. Dies kann als ein Indiz für die Klimaerwärmung gewertet werden.

Im Gegensatz zu den Arten die aus wärmeren Regionen zu uns einwandern, sind Arten verschwunden die kältere, nasse anmoorige Standorte bevorzugen. So waren im Landkreis Standorte von der Gefleckten Heidelibelle (Sympetrum flaveolum), Glänzenden Binsenjungfer (Lestes dryas) und der Gefleckten Smaragdlibelle (Somatochlora flavomaculata) bekannt. Die Standorte sind mittlerweile alle verwaist. Aber in Summe wird die Gesamtartenzahl der Libellenarten auf Grund der Klimaerwärmung eher steigen.

Die Brenz als Karstgewässer ist als Libellengewässer zurzeit noch ungeeignet. In erster Linie ist sie zu kalt und fließt meist zu schnell. Durch die jährliche Wasserkrautmahd wird zudem der Lebensraum der Libellenlarven zerstört. An der Brenz findet man als einzige Art die Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), eine unserer schönsten Libellen. Sie kommt mit den ungünstigen Lebensbedingungen an der Brenz zurecht. Mit der Brenzrenaturierung entstehen zunehmend Strukturen, die den Libellen der Fließgewässer gerechter werden. Langsam fließende Teilbereiche die sich zudem stärker erwärmen.

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